Der Zaubertopf

Manche Angler halten wenig von gerätetechnischen Mätzchen. Die Fische muss der Angler kennen und ihr Verhalten, das bringt den Erfolg, anstatt sich auf angelbliche Zaubergeräte zu verlassen. Aber es gibt auch Ausnahmen! Eine davon ist der Zauber-Topf. Er ist eine Art Kreuzung zwischen Pose und Grundblei. Als Pose soll er aber nur den Köder tragen, keine Bisse anzeigen. Die Pose transportiert den Köder an der Oberfläche treibend bis zum gewünschten Angelplatz, dann wird sie versenkt und nimmt ihre Arbeit als Grundblei auf. Klingt ein bisschen phantastisch, eben wie Zauberei. Der Zauber-Topf hat zwei ganz aussergewöhnliche Eingeschaften, die ihn, an Flüssen mit ruhiger Strömung unentbehrlich machen.Seine allerwichtigste Eigenschaft:
Man erreicht damit eigentlich unbefischbare Standorte!
Stellen Sie sich vor: Eine große Weide neigt sich über den Fluss, Ihre Zweige hängen bis ins Wasser. Sie wissen genau , dort unten im kühlen Schatten zwischen den Wurzeln stehen dicke Döbel und Barben. Aber Sie wissen auch, es gibt keine Chance, sie zu erreichen. Unter die Zweige zu werfen ist unmöglich. Jetzt schlägt die Stunde des Zauber-Topfes. Das ist die klassische Situation, für die er entwickelt wurde. Mit der leichten Strömung lässt man ihn bis an die ins Wasser hängenden Zweige herantreiben. Dann strafft man die Schnur. Der Zauber-Topf füllt sich mit Wasser, sinkt zum Grund, und wie durch Zauberei, landet der Köder genau an der “heissen” Stelle, da wo die Fischen sind. Sein zweiter Vorteil:
Er macht keinerlei Geräusch, sondern pirscht sich auf leisen Sohlen an die Fische heran.
Erinnern wir uns , Schall ist unter Wasser fünfmal schneller als an der Luft. Das heißt, wenn ein Blei oder ein Futterkorb auf die Wasseroberfläche klatschen, dann hört sich das für Fische an wie ein Vullkan-Ausbruch. Bestimmt macht sie das nervös. Entweder sie flüchten, oder sie weigern sich, den Köder zu nehmen. Ganz anders der Zauber-Topf. Samt Köder legt man ihn mucksmäuschenstill vor seinen Füßen in den Fluss. Nun treibt er gemächlich mit der Strömung bis ins Zielgebiet. Dann senkt man ihn ab, ohne Klatschen, ohne die leiseste Störung. So beangelt man nichtsahnende, völlig ungestörte, kein bisschen beunruhigte Fische! Den Zauber-Topf kann man nicht kaufen, wir basteln ihn selber. Aber das ist ganz einfach und kostet kaum Zeit und Geld. Folgendes Zubehör braucht man: Sekunden-Kleber, dunkelgrüne Farbe, einen Pinsel, einige dicke Bleischrote, einen Futterkorb mit gelochtem Deckel, eine Tabletten-Röhre, etwas einfaches Werkzeug.

1. in den Deckel eines Futterkorbes wird ein Karabiner-Wirbel eingeklebt, mit der festen Wirbelöse nach aussen.


2. in den Boden einer Tabletten-Röhre wird ein kleines Loch gebohrt.


3. in den Boden wird ein Stück dicker, monofiler Schnur für die Bebleiung geklebt.


4. den Deckel des Futterkorbes auf die Röhre kleben.


5. Zauber-Topf grün anmalen


6. fertig ist der Zauber-Topf. Schnur durch die Öse ziehen und mit einer Perle vor dem Wirbel stoppen, anködern und fangen.



Wir zerlegen zunächst den Futterkorb, von dem wir nur den Deckel brauchen. Jetzt benötigen wir einen Wirbel mit Karabiner, Den Karabiner ziehen wir durch den Deckel und kleben den Wirbel fest. Nun bohren wir ein kleines Loch in den Boden der Tabletten-Röhre. Durch das Loch fädeln wir ein Stück Nylon und kleben es fest. Der Nylonfaden soll ungefähr 10 Zentimeter lang herausstehen. Nun kleben wir den Deckel mit Wirbel auf die Öffnung der Tabletten-Röhre. Jetzt die Farbe. Wir bemalen Röhre und Deckel mit einem Kleinen Pinsel olivgrün. Natürlich muss die Farbe wasserfest sein. Wir lassen die Farbe trocknen, und das war’s schon, unser Zauber-Topf ist fertig. Nun ans Wasser. Dort steht die Weide, unter deren tief ins Wasser hängenden Zweigen die bisher unerreichbaren dicken Döbel lauern. Vielleicht wollen Sie auch nur einige scheue Fische weiter stromab beangeln, die verjagt würden. Man fädelt den Zauber-Topf durch des Wirbelöhr auf die Hauptschnur. Eine Stopper-Perle auf Schnur, dann einen Wirbel anknoten. In den Wirbel wird das Vorfach mit dem Köder eingehängt. Jetzt klemmt man ein oder zwei Bleischrote auf die Nylon-Schnur unten am Zauber-Topf. Sie sollen den Topf austarieren, so dass er senkrecht im Wasser scgwimmt. Wieviel Blei wir nehmen, hängt mit davon ab, wie schwer der Köder ist. Der Zauber-Topf soll, wie gesagt senkrecht wie eine Pose im Wasser stehen, darf nicht umfallen auf dem Weg zum gewünschten Angelplatz.Es braucht wahrscheinlich etwas Übung, bis der Topf zur Zufriedenheit arbeitet. Das probiert man zunächst am Ufer vor seinen Füßen, ehe ,man den ersten ernstgemeinten Angriff startet auf den dicken Döbel unter den überhängenden Zweigen der alten Trauerweide. Falls Sie werfen, bitte butterweich, damit der Zauber-Topf sanft landet und sich nicht sofort mit Wasser füllt und absinkt. Nun schicken wir den Topf mit der Strömung auf die Reise. Ist das Zielgebiet erreicht, naht der entscheidende Augenblick. Wir straffen die Schnur und geben einen kurzen, scharfen Ruck, so dass der Topf umkippt und sich durch die Lächer im Deckel mit Wasser füllt.. Nun soll er langsam mit dem Köder auf den Grund sinken. Vielleicht muss man manchmal die Rutenspitze ins Wasser tauchen, um den Topf zu versenken. Es kann auch sein, dass man die Löcher im Deckel größer machen muss, um die Sinkgeschwindigkeit zu erhöhen. Das alles ist eine Sache der Erfahrung und Übung. Vielleicht muss man einige Versuche machen bis zur völligen Zufriedenheit. Wo genau man den Topf versenkt. hängt ab von der Wassertiefe am Angelplatz und der Strömungsgeschwindigkeit. Ist das Wasser lansam und flach, könnte ein halber Meter oberhalb des Angelplatzes richtig sein. Ist die Strömung schneller und das Wasser tiefer, muss man Topf vielleicht schon drei Meter oberhalb der ins Auge gefassten Angelstelle versenken. Die Einzatzgebiete für den Topf liegen auf der Hand. Man kann den Köder damit unter überhängenden Zweigen anbieten, unter Flößen, Stegen, Pontons, also Stellen , die sich mit Würfen nicht erreichen lassen. Besonders eignet er sich in Flüssen mit langsamer bis mittlerer Strömung, vielleicht sogar in stehenden Gewässern bei starkem Rückenwind. Der Topf, der hier beschrieben ist, bleibt allerdings bei sehr schneller Strömung nicht am Grund liegen. Man kann auch experimentieren mit dickeren und schwereren Körpern. Vielleicht wäre ein Aluminium-Röhrchen geeignet, in das man teure Zigaretten verpackt. Hier gibt es noch Herausforderungen für Bastler und Tüftler. Vielleicht gibt es sogar Ideen, wie sich das Grund-Konzept verbessern ließe. Eines ist sicher, der Zauber-Topf hat das Zeug, das Angeln an Flüssen mit schwacher bis mittlerer Strömung zu revolutionieren. Döbel, Barben, Rotaugen, Barsche , alle Fische, die gern unter schwimmender Deckung im Schatten stehen, lassen sich damit an den Haken zaubern.
Versuchen Sie es, experimentieren Sie, bis Sie die Methode beherrschen. Es lohnt sich! Sie werden damit unfangbare Fische, an unbefischbaren Plätzen fangen!



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